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Mehr Nachfrage nach Wohnimmobilien 2012

Die Nachfrage nach Wohneigentum wird 2012 nach Einschätzung der Immobilienexperten des IVD weiter steigen. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des IVD Bundesverbands. Anfang Januar wurden rund 750 Makler befragt, wie sie den Wohnimmobilienmarkt 2012 einschätzen und welche Kaufmotive sie bei ihren Kunden erwarten. Die Erfahrungen der Makler in ersten Wochen des neuen Jahres zeigen, dass die Nachfrage nach Wohnimmobilien ungebremst wachsen wird?, erklärt Jens-Ulrich Kießling, Präsident des IVD.

Steigende Mieten vor allem in den Ballungszentren


Der IVD erwartet auch 2011 steigende Preise bei Neuvermietungen. ?Zwischen einem und 2,5 Prozent werden die Nettokaltmieten deutschlandweit anziehen?, prognostiziert Schick. Besonders in den guten Innenstadtlagen der Großstädte könnten die Mietpreissteigerungen sogar noch weitaus deutlicher ausfallen. Zurückzuführen sei diese Entwicklung auf die immer größer werdende Kluft zwischen Wohnungsangebot und -bedarf. Nach Schätzungen des IVD müssten 2011 etwa 200.000 neue Wohnungen gebaut werden, um den Bedarf des kommenden Jahres zu decken. In vielen Städten gibt es nach Auffassung des Verbands jedoch eine über Jahre gewachsene Versorgungslücke, die nicht innerhalb eines Jahres geschlossen werden könne. Auch für 2011 geht der IVD von einem Neubaudefizit von 40.000 Einheiten aus. ?Die Situation auf dem Wohnungsmarkt der Städte wird sich durch die leicht steigenden Neubauzahlen nicht spürbar entspannen?, so Schick. Denn der Wohnungsbedarf nehme in Großstädten durch hohen Zuzug von Arbeitskräften und die zunehmende Zahl an Ein- und Zweipersonen-Haushalten überproportional zu. Die Neuvertragsmieten des Jahres 2011 werden daher weiter steigen.

Die stärksten Zuwächse erwarten die Befragten Makler bei Mehrfamilienhäusern für Kapitalanleger. 74 Prozent gehen davon aus, dass dieses Segment sich positiv entwickeln wird. Knapp dahinter mit 71 bzw. 70 Prozent liegen die Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen für Selbstnutzer. Für vermietete Eigentumswohnungen erwarten 66 Prozent ein wachsendes Interesse. Bei Maklern, die in einer Metropolregion tätig sind, ist die Zuversicht sogar noch größer. 82,3 Prozent der Befragten rechnen damit, dass das Interesse von Kapitalanlegern an Mehrfamilienhäusern in Metropolen und deren Umland steigt. Durch Zuzug und steigende Haushaltszahlen wird die Nachfrage nach Wohnraum in den deutschen Großstädten weiter zunehmen?, erläutert Kießling. Steigende Mieten sind die Folge. Dieses Potenzial wollen viele Anleger nutzen.
Analog zum erwarteten Nachfragezuwachs gehen 41,1 Prozent der Befragten von einem Umsatzplus aus. 45,6 Prozent rechnen mit einem gleichbleibenden Geschäftsvolumen. Lediglich 10,4 Prozent erwarten einen niedrigeren Umsatz.
Nachdem sich die Preise für Eigentumswohnungen im Jahr 2010 um durchschnittlich 2,1 Prozent erhöht haben, erwartet der IVD auch für das Jahr 2011 weitere Preissteigerungen. ?Diese werden jedoch in Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern deutlicher ausfallen als in den kleineren Kommunen?, präzisiert Schick. Die gute Nachfrage nach Eigentumswohnungen in den Städten bei gleichzeitig zu geringer Bauaktivität wirke sich auch in diesem Marktsegment preissteigernd aus. Bei Einfamilienhäusern geht der IVD hingegen von weiter stabilen Preisen aus. Auch 2011 werde ein Einfamilienhaus mit gutem Wohnwert für durchschnittlich 254.000 Euro zu erwerben sein, so die Prognose des Verbandes. Schwierig werde die Lage jedoch in ländlichen Gebieten mit starker Abwanderung. ?In einigen Regionen Deutschlands werden sich die Auswirkungen des anhaltenden Bevölkerungsrückganges bemerkbar machen?, prognostiziert Schick. Die Immobilienpreise seien auch dem Prinzip von Angebot und Nachfrage unterworfen. Sinke die Nachfrage nach Immobilien in einer Region und bleibe das Angebot in etwa gleich, spreche dies für tendenziell nachgebende Preise. ?Daher empfehlen wir den Käufern von selbstgenutzten Wohnimmobilien, das niedrige Zinsniveau auch des Jahres 2011 zu nutzen und zugleich die Tilgung der Immobilienkredite zu erhöhen?, sagt der IVD-Sprecher.

Historisch niedriges Zinsniveau wichtigstes Kaufmotiv für Selbstnutzer


Bei den Kaufmotiven der Selbstnutzer liegt das historisch niedrige Zinsniveau nach Ansicht der Makler an erster Stelle. Rund 72,6 Prozent der Befragten sehen dies so. Die geringen Finanzierungskosten führen aktuell zu einer besonders günstigen Erschwinglichkeit für Wohnimmobilien so Kießling. Auf dem zweiten Platz folgt mit 65,1 Prozent die Sorge vor Inflation. Durch den Kauf des sogenannten Betongolds wollen sich viele Käufer vor der befürchteten Geldentwertung schützen. Die Aussicht auf mietfreies Wohnen im Alter ist mit einem Anteil von 56,2 Prozent das drittwichtigste Kaufargument bei den Selbstnutzern.

Kapitalanleger setzen auf die Immobilie


Bei den Kapitalanlegern wird nach Ansicht der Makler der Inflationsschutz durch den Erwerb einer Immobilie das wichtigste Kaufmotiv sein. Über 80 Prozent gaben dies als Motivation an. Auf den Plätzen zwei und drei liegen jeweils mit rund 58 Prozent gleichauf das niedrige Zinsniveau und die Immobilie als stabile Kapitalanlage mit Aussicht auf gute Wertentwicklung. Die Unsicherheit an den Aktienmärkten und die geringe Verzinsung von sicheren Kapitalanlagen wie Festgeld oder Bundesanleihen führen zu einem anhaltend hohen Kaufinteresse bei Kapitalanlagern. sagt Kießling. Solange die Zinsen nicht signifikant anziehen und die Preise nur moderat steigen wird sich daran nichts ändern.

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